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Aktuelles: Der Bauherr und das Coronavirus

Coronavirus

Meine Liste an Themen, über die ich hier noch schreiben will, ist lang. Sehr lang. Ein paar erste Gedanken für den nächsten Artikel hatte ich sogar schon formuliert und war guter Dinge, dass ich diese Woche vielleicht mal wieder zwei Beiträge schaffen könnte. Hochmotiviert habe ich beschlossen, nach einer kurzen Kaffeepause direkt loszulegen. Eine Pause hat schließlich noch keinem geschadet. Das Problem bei der Sache: aus der kurzen Pause ist eine ganze Woche geworden. Und geschrieben habe ich: Nichts! Kein Wort! Bis auf die paar Zeilen, die du jetzt zu lesen bekommst.

Was ist passiert? Eine Menge, wie du sicherlich mitbekommen hast: Ein Virus hält die ganze Welt in Atem. Das Coronavirus, um genau zu sein. SARS-CoV-2, um noch genauer zu sein.

Jetzt ist es natürlich nicht hochgradig gefährlich, vorm Bildschirm zu sitzen und einen Text einzutippen. Das Infektionsrisiko geht gegen Null. Selbst dann, wenn man auf chinesischen oder italienischen Webseiten unterwegs ist, kann man sich maximal einen Trojaner oder eine Ransomware einfangen. Alles halb so wild.

Was bitte schön hat das Coronavirus mit dem Hausbau zu tun?

Klar, auf den ersten Blick hat das Coronavirus mit dem Hausbau nichts zu tun. Auf den zweiten Blick allerdings schon. Vielleicht hast du sogar am eigenen Leib erfahren, wovon ich rede. Es geht, wie könnte es anders sein, ums liebe Geld. Oder das, was davon noch übrig ist, wenn du einen Großteil deines Eigenkapitals für deine Baufinanzierung an der Börse investiert hast.

Schon am frühen Montag Vormittag war zu erahnen, dass uns eine sehr turbulente Woche bevorsteht. Die Auswirkungen der Epidemie auf die Weltwirtschaft lassen sich nicht mehr so einfach ignorieren. Das Internet ist voll mit Theorien, was alles passieren kann, wenn sich das Coronavirus weiter ausbreitet. Der Boom bei Atemschutzmasken und zunehmende Hamsterkäufe reichen nicht aus, um das Stimmungsbarometer in die Höhe zu treiben.

Fakt ist: Die Angst vor einer globalen Coronavirus-Krise hat sich an der Börse materialisiert. Seit der Finanzkrise von 2007 / 2008 haben wir solche Wochenverluste nicht mehr gesehen. Und dass die Talfahrt nächste Woche weitergehen wird, ist nicht unwahrscheinlich.

Natürlich wussten die selbsternannten Crashpropheten das alles schon lange. Aber es will ja keiner auf sie hören. Was vielleicht auch daran liegen mag, dass sie eigentlich fast immer falsch liegen.

Fun Fact
  • Die Finanzkrise 2007 / 2008, auch als Subprime-Krise bekannt, steht übrigens in unmittelbarem Zusammenhang mit der Immobilienbranche. Auslöser war die Vergabe von Krediten an Häuslebauer in den USA, die sich beim besten Willen kein Eigenheim leisten konnten. Kein Eigenkapital? Kein geregeltes Einkomenn? Kein Problem! Bau doch ein Haus, dann wird dir wenigstens nicht langweilig. Hier hast du so viel Geld wie du möchtest. Der Zusammenbruch dieses von Anfang an zum Scheitern verurteilten Systems war nur eine Frage der Zeit. Über die Hintergründe gibt es ein sehr lesenswertes Buch von Michael Lewis: The Big Short: Wie eine Handvoll Trader die Welt verzockte*

Wo ist mein Eigenkapital geblieben?

Hinweis: Die auf meinem Blog bereitgestellten Informationen stellen keine Rechtsberatung und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Trotz intensiver Recherche kann ich für die Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit der Inhalte keine Haftung übernehmen. Die Anwendung erfolgt auf eigenes Risiko.

Ich wäre der Letzte, der dir von einem Investment in Aktien und Indexfonds abrät. Im Gegenteil: ich bin ein großer Fan von ETFs und absolut davon überzeugt, dass auf lange Sicht ein Engagement an der Börse die einzig sinnvolle Form der Geldanlage ist. Deshalb habe ich diese Woche auch jede freie Minute mit dem Beobachten der Marktsituation und mehr oder weniger ausgereiften Chartanalysen verbracht.

Aber, und das muss man leider sagen, hilft die langfristige Performance einem nicht weiter, wenn man sich bei der Baufinanzierung darauf verlassen muss, dass das Eigenkapital zu einem konkreten Termin eine bestimmte Höhe hat. Die Kursanstiege der letzen Monate haben vielleicht den Eindruck erweckt, dass es immer weiter nach oben geht. Die Historie belehrt uns allerdings eines Besseren: Crashes hat es immer gegeben und wird es immer geben. Das gehört zum Spiel dazu.

Ich nutze die Gelegenheit und zitiere mich selbst, da ich das immer schon mal machen wollte:

Ein letzter Check in punkto Eigenkapital betrifft die Liquidität deiner Vermögenswerte. D.h.: Wie schnell lässt sich ein Vermögenswert zu Geld machen, das du dann in dein Bauprojekt investieren kannst. Je höher die Liquidität, desto schneller kannst du umschichten. Leider nicht immer zu den Konditionen, die du dir vielleicht wünschen würdest. Beispiel Wertpapiere: Aktien und ETFs sind sehr liquide, allerdings nur zu dem Kurs, den der Markt gerade zu zahlen bereit ist.

Mach dir also rechtzeitig Gedanken darüber, welchen Anteil deines Eigenkapitals du zu welchem Zeitpunkt benötigst und passe die Struktur deines Portfolios an diese Bedürfnisse an.

Nachzulesen in meinem Artikel Wie viel Haus kann ich mir leisten? Kassensturz und Budgetierung.

Was ich damit sagen will:

Je näher dein Hausbau rückt und je konkreter deine Baufinanzierung wird, desto sicherer solltest du dein Eigenkapital anlegen! Rendite ist eine Entschädigung für das Risiko, das du eingehst. Und Risiken können von Zeit zu Zeit auch eintreten. Noch ein oder zwei Prozentpunkte mehr Gewinn herauskitzeln zu wollen, kann dein gesamtes Vorhaben in Gefahr bringen.

Hast du den rechtzeitigen Ausstieg verpasst? Dann solltest du dir in Anbetracht dessen, was noch kommen mag, genau überlegen, was jetzt sinnvoll ist.

Da ich weder Crashprophet noch Anlageberater bin, darfst du von mir keine konkreten Tipps erwarten. Meiner Meinung nach solltest du auf Ratschläge, die zukünftige Kursentwicklungen beinhalten, generell nichts geben. Mach dir deine eigenen Gedanken, ziehe daraus die für dich richtigen Schlussfolgerungen und beobachte aktiv die weitere Entwicklung. In eine Schockstarre zu verfallen, ist auf jeden Fall die schlechteste Lösung.

Coronavirus und Hausbau: Was kann sonst noch passieren?

Niemand kann derzeit ausschließen, dass es Engpässe bei Material und Arbeitskräften geben wird. Natürlich kann sich das im weiteren Verlauf der Coronavirus-Epidemie auch auf dein Bauprojekt auswirken. Das wäre dann unter der Kategorie „dumm gelaufen“ zu verbuchen. Und ganz ehrlich: Wenn massenweise Menschen erkranken oder sterben sollten, dann haben wir andere Probleme als verzögerte Bauprojekte. So ärgerlich es im Einzelfall auch sein mag.

Ich persönlich vertraue darauf, dass alles getan wird, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Ich hoffe, dass die Maßnahmen erfolgreich sein werden. Und ich hoffe, dass jeder Einzelne, ob Bauherr oder nicht, seinen Teil dazu beiträgt.

In diesem Sinne beende ich jetzt diesen etwas anderen Artikel und gehe mir die Hände waschen. Sicher ist sicher.

Bonus: Tipps für die Crashphase

Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um sich auf das Ende des Crashes vorzubereiten und so vom darauffolgenden Aufschwung profitieren zu können. Wann auch immer das sein mag.

Meine Empfehlung: Nutze die Gelegenheit, um dich mit der Materie zu befassen. Denn eins steht fest: Es gibt kaum etwas Spannenderes als die Finanzmärkte. Außer dem Hausbau natürlich.

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