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Grundstück kaufen: Was du beim Bauplatz beachten musst

Unser Bauplatz in Bad Kreuznach

Du liebst die Landluft? Die nächste Stadt kann dir gar nicht weit genug weg sein? Für dich gibt es nichts Besseres als frische Milch direkt von der Kuh? Dann herzlichen Glückwunsch: Ein bezahlbares Grundstück zu finden wird vermutlich nicht dein größtes Problem beim Hausbau sein. Wenn du dich aber fragst, was das sein soll, eine Kuh, dann sieht es da schon anders aus. Was du in beiden Fällen beachten musst, wenn du ein Grundstück kaufen willst, besprechen wir in diesem Artikel. Und zu beachten gibt es einiges!

Eine Warnung vorneweg: 🚀 Sonderangebot 🚀 Nur für kurze Zeit 🚀 Einmalige Gelegenheit: Jetzt zugreifen 🚀 Diese oder ähnliche Statements sollten dich sofort stutzig machen. Das gilt bei deinem zukünftigen Grundstück genauso wie bei der 10er-Packung Schokoriegel mit Fetafüllung. Die Nutzung des Knappheitsprinzips ist ein Klassiker unter den verkaufsfördernden Maßnahmen. Das liegt unter anderem daran, dass es in der Praxis erstaunlich gut funktioniert. Oder bist du noch nicht darauf hereingefallen? Lass dich beim Grundstückskauf auf keinen Fall dazu verleiten, auf eine ordentliche Analyse zu verzichten! Ein seriöser Verkäufer hat dafür vollstes Verständnis.

Hinweis: Die auf meinem Blog bereitgestellten Informationen stellen keine Rechtsberatung und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Trotz intensiver Recherche kann ich für die Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit der Inhalte keine Haftung übernehmen. Die Anwendung erfolgt auf eigenes Risiko.

Oh La La La – Lage Lage Lage

Mit etwas Anlauf schaffst du es in einem Satz von Brandenburg nach Berlin. In den 3 Sekunden zwischen Absprung und Landung hat sich der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Bauland von knapp 100 € auf knapp 1.200 € fast verzwölffacht (Stand 2018). Nicht schlecht, Herr Specht! Das muss man an der Börse erst mal schaffen.

Es macht also durchaus einen Unterschied, wo du dein Haus hinbaust. Aber das sollte dich jetzt nicht wirklich überraschen. Vor allem dann nicht, wenn du meinen Artikel Was kostet es, ein Haus zu bauen? gelesen hast.

Bist du bei deiner Wohnortwahl flexibel? Dann kannst du für kleines Geld große Grundstücke kaufen. Wenn du einen ausreichend großen Sicherheitsabstand zu den Ballungsgebieten einhältst, bist du in vielen Gegenden schon mit 30 – 40 € pro m2 dabei. Aber selbst in der Nähe von mittelgroßen Städten gehen die Preise dann schnell auf 200 € oder mehr hoch. Bei einem 600 m2 Grundstück ergibt das in Summe einen Preisunterschied von ca. 100.000 €. Die Entscheidung für den Wohnort will also sehr gut überlegt sein!

Was du bei der Wohnortwahl beachten solltest

Die Wahl des Wohnortes wird dir umso leichter fallen, je besser du dich in der Gegend auskennst, in der du bauen willst. Geht dein Hausbau mit einem Umzug in eine weiter entfernte Stadt einher, wird die Suche komplizierter, aber nicht unmöglich. Über die folgenden Aspekte solltest du dir auf jeden Fall zusammen mit deinem Lebensgefährten Gedanken machen, bevor es an die Suche geht:

Berufliche Aspekte

  • Welchen Zeitaufwand würdet ihr für das tägliche Pendeln maximal in Kauf nehmen? 30 Minuten? Eine Stunde? Zwei Stunden?

  • Ist es für euch akzeptabel, auf das Auto angewiesen zu sein? Oder ist es euch wichtig, euren Arbeitsplatz auch mit Fahrrad, Bus oder Bahn erreichen zu  können?

  • Bei unterschiedlichen Arbeitsplätzen: Wer von beiden wäre bereit, den längeren Weg auf sich zu nehmen?

  • Besteht eventuell die Möglichkeit, mehr aus dem Home Office heraus zu arbeiten?

  • Seid ihr beruflich viel unterwegs? Dann ist es sicher auch wichtig, wie schnell die nächste Autobahn, der nächste Bahnhof und der nächste Flughafen zu erreichen sind.

Kinder und soziale Integration

  • Was bedeutet der Umzug für eure Kinder? Müssen sie den Kindergarten oder die Schule wechseln? Neue Freunde finden? Wie werden sie damit zurecht kommen?

  • Wie weit dürfen Kindergarten und Schule vom Wohnort entfernt sein? Muss es gute Busverbindungen geben oder seid ihr bereit und in der Lage, die Logistik selbst in die Hand zu nehmen?

  • Wie wichtig ist es euch, bestehende Freundschaften und einen engen Kontakt zur Familie aufrecht zu erhalten? Welche Rolle spielt es dabei, wo genau ihr wohnen werdet?

  • Seid ihr in Vereinen oder sonstigen Organisationen aktiv? Wollt ihr das nach dem Umzug beibehalten oder seid ihr dazu bereit, euch neu zu orientieren?

Infrastruktur

  • Wie nahe sollte die nächste größere Stadt sein? Sagen wir mal so ab 50.000 Einwohnern und mit entsprechendem Angebot an Shopping- und Freizeitmöglichkeiten (Restaurants, Kino, Theater, etc.).

  • Wie wichtig ist eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr? Nicht nur für das Pendeln zum Arbeitsplatz, sondern auch für Abend- und Wochenendaktivitäten in der Stadt?

  • Welche Einkaufsmöglichkeiten hättet ihr gerne direkt in eurem zukünftigen Wohnort, idealerweise fußläufig? Bäcker? Metzger? Supermarkt? Discounter?

  • Wie sieht es mit der medizinischen Versorgung aus? Auch wenn man sie hoffentlich nicht brauchen wird: Gibt es Ärzte, Zahnärzte, Apotheken, Krankenhäuser in akzeptabler Entfernung?

Erholungsfaktor

  • Geht ihr abends gerne eine Runde laufen und möchtet nicht extra mit dem Auto irgendwo hinfahren? Dann ist es vielleicht sinnvoll, wenn der nächste Wald, See oder Weinberg nicht allzu weit entfernt ist.

  • Je besser die Verkehrsanbindung, desto größer ist leider auch die Gefahr der Lärmbelästigung. Wie groß soll der Sicherheitsabstand zur nächsten Bundesstraße oder Autobahn sein?

  • Ein nicht zu vernachlässigender Punkt ist auch die Höhenlage. Je höher, desto windiger und ungemütlicher kann es werden. Ab ungefähr 300 m über Normal Null würde ich darauf verstärkt achten. In Bayern und in Österreich lacht man mich jetzt wahrscheinlich aus.

Wiederverkaufswert

  • „Prognosen sind schwierig, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen.“ Dieses vermutlich von Mark Twain stammende Zitat gilt auch beim Wiederverkaufswert deiner Immobilie. Wenn dir dieser Punkt bei der Wohnortwahl wichtig sein sollte, dann kannst du der Einfachheit halber davon ausgehen, dass die Wertsteigerung umso höher ausfallen kann, je näher du dich am Zentrum eines Ballungsgebiets befindest. Wenn ich Genaueres wüsste, würde ich meine Zeit nicht mit dem Schreiben von Blogartikeln verbringen.

Vorauswahl deines zukünftigen Wohnortes: Deine Top 5

Habt ihr die Punkte aus dem vorherigen Abschnitt grob geklärt? Dann könnt ihr mit Hilfe von Google Maps oder Bing Maps schon mal eine Vorauswahl der Orte treffen, die in Frage kommen könnten. In der Beispielkarte habe ich einen Umkreis von 10 km Luftlinie rund um Bad Kreuznach eingezeichnet. Das hört sich wenig an, bedeutet aber im Berufsverkehr schnell eine halbe Stunde Fahrtzeit pro Richtung oder mehr, wenn man in der Innenstadt arbeitet.

Wenn ihr euch in der Gegend einigermaßen auskennt, könnt ihr auf Basis eurer bisherigen Überlegungen sowie bestehender Vorurteile direkt einige Käffer ausqualifizieren, die auf keinen Fall in Frage kommen. Es dürften aber doch eine ganze Menge möglicher Kandidaten übrig bleiben, die ihr euch anschauen könnt.

Grundstück kaufen: 10 km Umkreis auf Landkarte

Kennt ihr euch im Zielgebiet gar nicht aus, hilft im ersten Schritt nur die Online-Recherche, um ein Gefühl für sinnvolle Alternativen zu bekommen. Entfernung und Fahrtzeit zum Arbeitsplatz kannst du mit Google Maps sehr einfach berechnen lassen, auch zu unterschiedlichen Tageszeiten, um den Berufsverkehr zu simulieren. Ich selbst würde mir aber zusätzlich ein paar Tage Zeit nehmen, um die Lage vor Ort zu erkunden – notfalls mit Übernachtung in einem Hotel.

Erstelle im nächsten Schritt eine Liste deiner begehrtesten Wohnorte. Es geht dabei nicht um eine präzise Bestimmung der idealen Reihenfolge. Und es spricht nichts dagegen, dein Bauchgefühl mit einzubeziehen. Ich empfehle dir eine Beschränkung auf die Top 5. Warum? Bei einer Top 10 besteht die Gefahr, dass du dich verzettelst und zu schnell die Flinte ins Korn wirfst, wenn du nicht auf Anhieb das richtige Grundstück in einem deiner Top 5 Orte findest. Kompromisse kannst du auch später noch machen.

Grundstück kaufen: Was du vor dem Suchen beachten solltest

Mit der Top 5 deiner begehrtesten Wohnorte hast du einen großen Schritt auf dem Weg zum Grundstück absolviert. Zumindest weißt du jetzt, wo du am besten mit der Suche beginnst. Genauso wichtig ist es aber, dass du jede Gelegenheit für den Kauf eines Grundstücks, die dir über den Weg laufen wird, sinnvoll bewerten kannst. Mindestens die folgenden Aspekte solltest du bereits klären, bevor du mit der Suche anfängst:

Welcher Haustyp kommt für dich in Frage?

Zum Thema Haustyp habe ich einen umfangreichen Artikel geschrieben, den du lesen solltest, bevor du dich auf die Suche machst: Welcher Haustyp passt zu mir? Der 11-Minuten-Check. Diese Grundsatzentscheidung erst dann zu treffen, wenn du ein konkretes Grundstück in Aussicht hast, wäre alles andere als optimal. Warum spielt das überhaupt eine Rolle? Ganz einfach: Du darfst auf einem Grundstück nicht bauen, was du willst. Es gibt Regeln, an die du dich halten musst, wie wir weiter unten in diesem Beitrag sehen werden. Also nimm dir die Zeit und befasse dich jetzt in aller Ruhe damit, welche Art Haus du auf deinem Grundstück bauen möchtest.

Wie viel Grundstück kannst du dir leisten?

Mindestens genauso wichtig wie die Frage nach dem Haustyp ist der maximale finanzielle Rahmen, den du für den Grundstückskauf zur Verfügung hast. Dafür musst du zum einen verstehen, wie hoch dein Gesamtbudget für dein Bauprojekt ist. Zum anderen musst du wissen, welcher Anteil des Gesamtbudgets für die Kosten und Nebenkosten beim Grundstückskauf aufgewendet werden kann. Eine Ausnahme ist der Bauträgervertrag, bei dem du über ein Gesamtpaket inklusive Haus und Grundstück verhandelst. Die Grundstückskosten werden hierbei in der Regel nicht separat ausgewiesen. Dein Gesamtbudget musst du natürlich auch in diesem Fall kennen. Schau dir bitte meine Artikel zum Thema Finanzen an, da wir uns hier nicht im Detail mit dieser komplexen Fragestellung befassen können.

Grundstück kaufen: Wie du passende Grundstücke suchen und finden kannst

Du kennst jetzt deine bevorzugten Wohnorte, deinen favorisierten Haustypen und dein verfügbares Budget. Damit bist du bereit für die eigentliche Suche nach einem Grundstück. Schauen wir uns also an, welche Möglichkeiten du dabei hast. Am besten nutzt du alle dir zur Verfügung stehenden Varianten parallel und über alle in Frage kommenden Wohnorte hinweg.

  • Aktiviere alle Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen. Lass jeden, der dir über den Weg läuft, wissen, dass du ein Grundstück suchst.

  • Registriere dich auf allen gängigen Online-Immobilienportalen und starte eine Suche nach Grundstücken und Bauträgerprojekten an deinen favorisierten Wohnorten. Im Normalfall erhältst du automatisch eine E-Mail-Benachrichtigung, sobald ein passendes Angebot freigeschaltet wurde. Mit einer Immowelt-Suchanzeige* hast du zusätzlich die Möglichkeit, von Verkäufern persönliche Direktangebote zu erhalten, die nicht öffentlich gelistet sind.

  • Kontaktiere die ortsansässigen Immobilienmakler und lass dich in deren Interessenten-Datenbanken eintragen.

  • Auch Inserate in den lokalen Printmedien solltest du nicht ignorieren. Es gibt immer wieder mal Schnäppchen, die von privaten Offline-Enthusiasten angeboten werden.

  • Registriere dich bei den zuständigen Gemeinden als Interessent für Baugrundstücke. Vielleicht ist ja sogar schon ein konkretes Neubaugebiet in Planung, für das du dich auf die Liste setzen lassen kannst.

  • Wenn du prinzipiell bereit bist, über einen Bauträger zu bauen, dann nimm Kontakt zu den entsprechenden Firmen in deiner Umgebung auf und bitte sie, dich bei zukünftigen Projekten zu informieren. Reine Grundstücke ohne dazugehörigen Neubau wirst du hier aber nicht finden.

  • Auch größere Fertig- und Massivhausanbieter können dich bei der Grundstückssuche unterstützen. Die Vermittlung dürfte aber, ähnlich wie beim Bauträger, an den Erwerb eines Hauses vom jeweiligen Anbieter gekoppelt sein.

  • Du kannst auch gezielt nach Zwangsversteigerungen suchen. Für Anfänger ist dieser Ansatz aber eher nicht geeignet, finde ich.

  • Pro-Tipp: Nutze Google Earth oder Google Maps im Satelliten-Modus, um potenzielle Baugrundstücke zu finden. Frage vor Ort bei den benachbarten Anwohnern nach, wem das Grundstück gehört und ob die Möglichkeit bestehen könnte, das Grundstück zu erwerben. Das Gleiche gilt natürlich, wenn du zufällig an einer Baulücke vorbeikommst, die dir gefallen würde. Diese Vorgehensweise ist nicht jedermanns Sache, aber durchaus erfolgversprechend.

Grundstück gefunden? Was du vor dem Kaufen beachten solltest!

In meinem Artikel No risk, no fun? Risiken beim Hausbau und was du dagegen tun kannst habe ich einige Risiken beschrieben, die du beim Grundstückskauf berücksichtigen solltest. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um das auch tatsächlich zu tun. Und zwar vor dem Kauf, nicht danach!

Bebaubarkeit des Grundstücks

  • Handelt es sich bei dem Grundstück tatsächlich um ein Baugrundstück? Am einfachsten ist diese Frage zu beantworten, wenn es einen qualifizierten Bebauungsplan gibt, in dem die bauliche Nutzung des Grundstücks geregelt ist. Bei Baulücken in einem bebauten Gebiet kann es sein, dass stattdessen § 34 Baugesetzbuch (BauGB) greift. Im Wesentlichen bedeutet das, dass sich die Bebauung an der Nachbarbebauung orientieren und harmonisch in den Bestand integrieren muss.

  • Ob Bebauungsplan oder § 34, in beiden Fällen solltest du unbedingt prüfen lassen, ob das von dir gewünschte Bauvorhaben realisierbar ist und genehmigt werden kann. Kläre das nicht auf eigene Faust, sondern berate dich mit deinem Architekten oder deiner Hausbaufirma, um unangenehme Überraschungen im Nachhinein zu vermeiden. Als Vorbereitung empfehle ich dir, deine individuelle Wunschliste zu erstellen und zu den Beratungsgesprächen mitzunehmen.

  • Wie ist der Erschließungszustand des Grundstücks? Ist es bereits komplett erschlossen, d.h. an die wesentlichen Ver- und Entsorgungssystem angebunden, oder musst du das selbst in die Hand nehmen und entsprechende Kosten dafür einplanen? Für Stom, Wasser, Abwasser und Telekommunikation kommen schnell mehrere Tausend Euro zusammen, die du vielleicht nicht eingeplant hast.

  • Besteht die Möglichkeit, dass das Grundstück mit Schadstoffen belastet ist? Falls ja, wer haftet im Zweifelsfall für die Folgen? Du als Käufer oder der Verkäufer, von dem du das Grundstück erwirbst? Kläre das im Vorfeld.

  • Solltest du dich für ein Grundstück entschieden haben, ist eine Baugrunduntersuchung dringend zu empfehlen. Je nach Umfang des Gutachtens erfährst du dabei nicht nur mehr über eventuelle Belastungen des Bodens und die mit der Entsorgung des Erdaushubs verbundenen Kosten. Auch die Bodenbeschaffenheit wird geprüft, die sich sowohl positiv als auch äußerst negativ auf die Kosten der anstehenden Baumaßnahmen auswirken kann. Vor allem wenn du einen Keller geplant hast, ist hier Vorsicht geboten.

  • Sollte es Unklarheiten bei der Bebaubarkeit geben, die vor dem Grundstückskauf nicht final geklärt werden können, solltest du auf jeden Fall versuchen, mit dem Verkäufer ein kostenloses Rücktrittsrecht zu vereinbaren.

  • Ist das Grundstück frei von öffentlich-rechtlichen Baulasten und zivil-rechtlichen Grunddienstbarkeiten? Falls nein, wie wirken sich diese auf die Bebaubarkeit, die Nutzung und den Wert des Grundstücks aus?

Relative Lage des Grundstücks im Ort

  • Wie liegt das Grundstück innerhalb des Ortes? Deckt sich die Lage mit deinen Vorstellungen?

  • Gibt es ausreichend Spielmöglichkeiten für eure Kinder, falls ihr welche habt? Ist eine Spielstraße oder ein Kinderspielplatz in unmittelbarer Nähe?

  • Gibt es im Gebiet ausreichend Parkmöglichkeiten, auch für eure Besucher?

  • Welche Festnetz- und Internetanbieter hast du zur Auswahl und welche Bandbreite steht dir zur Verfügung? Da kann es auch innerhalb eines Ortes große Unterschiede geben! 50 Mbit/s Download und 2 Mbit/s Upload wären aus meiner Sicht das absolute Minimum, auf das man sich einlassen sollte. Falls du keine verbindlichen Informationen vom Grundstücksverkäufer hast, kannst du die Prüfung online durchführen, z.B. hier: Telekom, Vodafone. Falls die exakte Adresse (Straße und Hausnummer) noch nicht feststeht, rufe am besten bei der jeweiligen Bauherren-Hotline an, um Informationen über den Ausbauzustand im Baugebiet zu bekommen.

  • Wenn du Wert auf einen guten Handy-Empfang legst, solltest du auch die Netzabdeckung für deinen jetzigen und für alternative Mobilfunk-Anbieter prüfen. Idealerweise direkt vor Ort, notfalls auch online. Bedenke dabei, dass die Signalstärke in Innenräumen deutlich niedriger ausfallen kann als im Außenbereich.

  • Falls du ein Grundstück mit Aussicht gefunden hast: wie wahrscheinlich ist es, dass es dabei bleibt? Kann dir später jemand doch noch direkt vor die Nase bauen? Wirf auch einen Blick in den Flächennutzungsplan, dann weißt du grob, was die Gemeinde so alles im Schilde führt in deiner Umgebung.

  • Um welche Art von Baugebiet handelt es sich? Ist es ein Mischgebiet? Ein allgemeines Wohngebiet? Ein reines Wohngebiet? Das kann vor allem dann wichtig werden, wenn du selbst ein Gewerbe von zu Hause aus betreiben möchtest. Mit Publikumsverkehr wird es in reinen Wohngebieten äußerst schwierig.

  • Hast du die Möglichkeit, einen ersten Eindruck von deinen zukünftigen Nachbarn zu bekommen?

  • Welche potenziellen Störfaktoren gibt es? Lärmbelästigung durch Autos, Züge und Flugzeuge? Geruchsbelästigung durch Kläranlagen oder Fabriken? Hundegebell? Randalierende Jugendliche auf dem nahegelegenen Kinderspielplatz? Ungebetene Weckrufe durch Kirchenglocken? Nächtliche Besucher vom angrenzenden Friedhof? Um nur ein paar Beispiele zu nennen, die du im Vorfeld abklären solltest. Am besten gehst du vor dem Kauf zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten an deinem zukünftigen Grundstück vorbei, um ein Gefühl für die reale Situation vor Ort zu bekommen.

Grundstücksnutzung und Sonnenverlauf

  • Wie sonnig ist das Grundstück? Gibt es in der unmittelbaren Umgebung hohe Bäume oder Häuser, die Schatten werfen und dir das Licht nehmen?

  • Lässt sich das Haus so auf dem Grundstück ausrichten, dass du den Sonnenverlauf ideal nutzen kannst? Beliebt sind Terrassen und Balkone auf der Süd-Seite oder Südwest-Seite, da sich so die Sommerabende am längsten nutzen lassen. Auf sonnenverlauf.de kannst du den Sonnenverlauf für einen Standort zu unterschiedlichen Daten und Zeiten simulieren. Noch besser funktioniert es mit einer App direkt vor Ort an deinem zukünftigen Bauplatz. Ich habe z.B. Sun Seeker für iOS verwendet.

  • Sagt dir der Geländeverlauf zu? Wenn du ebene Flächen bevorzugst, ist eine Hanglage vielleicht nicht die richtige Lösung für dich.

  • Gibt es auf dem Grundstück ausreichend Platz für einen Carport, eine Garage und zusätzliche Stellplätze?

  • Wie groß ist das Grundstück und wie ist es geschnitten? Welche Grenzabstände müssen eingehalten werden? Bleibt nach Abzug der bebauten Fläche noch genügend Platz für sinnvoll nutzbare Rasen- und Gartenbereiche?

  • Stehen Bäume auf dem Grundstück, die du nur mit Genehmigung und nur zu bestimmten Jahreszeiten fällen darfst?

  • Gibt es Vorgaben, bis wann eine Bebauung erfolgen muss? Sind die Fristen mit deiner realistischen Zeitplanung vereinbar?

  • Von welcher Seite aus ist das Grundstück befahrbar? Von Süden durch den Garten und dann über die Terrasse wäre eher schlecht. Eine Zufahrt im Norden oder Osten macht da schon mehr Sinn.

Kostenaspekte

  • Wie viel kostet das Grundstück pro m2 im Vergleich zu ähnlichen Grundstücken in der näheren Umgebung? Ist der Preisunterschied gerechtfertigt?

  • Wird ein Preisvorteil, den du durch eine größere Entfernung zu deinem Arbeitsplatz erzielst, durch die Kosten für das tägliche Pendeln wieder zunichte gemacht? Achte darauf, alle Kosten zu berücksichtigen und nicht nur den Kraftstoff. Auf die Pendlerpauschale im Speziellen und die Politik im Allgemeinen solltest du dich meiner Meinung nach nicht verlassen, wenn du auf der sicheren Seite sein willst.

  • Braucht ihr aufgrund der Grundstückslage eventuell sogar ein weiteres Auto? Dann sind Preisvorteile sowieso schnell dahin.

  • Sind die Straßen in Grundstücksnähe in einem desolaten Zustand? Ist in naher Zukunft aus anderen Gründen mit Anliegerkosten zu rechnen? Dann solltest du sicherheitshalber einen Puffer bei der Kostenkalkulation einplanen.

Grundstück kaufen: So läuft der Kaufvorgang ab

Über den eigentlichen Ablauf des Kaufs würde ich mir keine allzu großen Gedanken machen. Es gibt in Deutschland kaum einen Prozess, der besser geregelt ist als der Eigentümerwechsel von Grundstücken. Mit den anfallenden Notar- und Grundbuchgebühren sowie der Grunderwerbssteuer zahlst du dafür schließlich auch ein beträchtliches Sümmchen in bereits prall gefüllte Taschen. Gut zu wissen ist, dass die Beratung durch den Notar in den Beurkundungsgebühren enthalten ist. Halte dich also nicht zurück, wenn du Fragen zu Ablauf oder Inhalt der Beurkundung hast.

Wenn du dich bereits jetzt etwas genauer mit den vertraglichen Aspekten auseinandersetzen möchtest, dann kannst du dir folgenden Artikel durchlesen: Bauvertragsrecht: Die wichtigsten Verträge beim Hausbau

Die größte Hürde dürfte sein, die Baufinanzierung rechtzeitig zum Notartermin unter Dach und Fach zu bekommen. Theoretisch kann das Geschäft zwar selbst mit einer Finanzierungszusage kurz vor Abschluss noch platzen, z.B. weil der Verkäufer es sich in letzter Minute anders überlegt, weil der Verkäufer als Teil einer Erbengemeinschaft nicht ausreichend befugt ist, oder weil die Gemeinde ihr Vorkaufsrecht geltend macht. Aber das dürften die Ausnahmen sein. In so einem Fall musst du das unter Lebenserfahrung verbuchen und weitersuchen. Aufgeben ist keine Option.

Grundstück kaufen: Mach dich auf die Suche!

Ich hoffe, dass du jetzt alle Informationen hast, um deine Suche starten zu können. Es würde mich freuen, wenn du deine Erfahrungen im Kommentarbereich teilst und auch den ein oder anderen Aspekt beisteuerst, den ich in meiner Checkliste vergessen habe.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Jagd nach dem perfekten Grundstück!

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