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Soll ich ein Haus bauen? 40 Argumente Pro und Contra

Viele Fragezeichen

Soll ich wirklich ein Haus bauen? Zugegeben, es gibt einfachere Fragen. Vielleicht ist dir die Antwort auf diese Frage aber längst klar. Dein untrügliches Bauchgefühl hat grünes Licht gegeben, und du willst jetzt loslegen.

Ich will dich nicht bremsen. Aber ich empfehle dir, nochmal ein paar Minuten Zeit zu investieren, um dir deine Beweggründe bewusst zu machen.

Warum? Wenn du dir über deine Motivation und deine Ziele für den Hausbau im Klaren bist, wirst du es im weiteren Verlauf wesentlich leichter haben, sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Versprochen!

Notausgang

Vorab möchte ich aber noch einen aus meiner Sicht sehr wichtigen Punkt deutlich machen:

Andere beeindrucken zu wollen, ist der denkbar schlechteste Grund dafür, ein Haus zu bauen!

Wenn es dir darum geht, Eindruck bei Familie, Freunden, Bekannten, Kollegen oder den zukünftigen Nachbarn schinden zu wollen, dann tu dir selbst einen Gefallen und lass es bleiben! Es gibt deutlich einfachere Wege, sich ins Unglück zu stürzen. Will Rogers hat es auf den Punkt gebracht:

„Too many people spend money they haven’t earned, to buy things they don’t want, to impress people they don’t like.“

Hausbau – Pro und Contra

Schauen wir uns jetzt mal mögliche Argumente und Gegenargumente an.

Lebensqualität

Eine erwartete höhere Lebensqualität ist der wahrscheinlich wichtigste Grund dafür, ein Haus zu bauen.

Pro
  • Du bist nicht der Willkür deines Vermieters ausgesetzt. Mieterhöhungen? Eigenbedarfskündigungen? Nope!

  • Du kannst deine eigenen Vorstellungen und Ideen verwirklichen.

  • Alles ist nach deinem Geschmack eingerichtet und auf deine Bedürfnisse abgestimmt ist. Du fühlst dich wohl!

  • Du hast endlich genug Platz und musst nicht mehr die Hälfte deiner Sachen bei der Verwandtschaft einlagern.

  • Endlich kannst du fernsehen und Musik hören, so laut du willst.

  • Du musst deine Gäste bei der Geburtstagsfeier nicht um 23 Uhr nach Hause schicken.

  • Deine Kinder können herumtoben, so laut und so lange deine Nerven es zulassen.

  • Du und dein Partner können herumtoben. Wenn du Ideen brauchst: Ich empfehle Burpees und Jumping Jacks.

  • Du wolltest schon immer ein Haustier? Niemand hindert dich daran.

  • Im Sommer kannst du ungestört auf der Terrasse chillen und dem Mähroboter bei der Arbeit zusehen.

  • Im Winter kannst du beim Schneeschippen deinen Fitnesslevel beibehalten.

  • Oder doch lieber das eigene Fitness-Studio mit Laufband und Hantelbank im Keller?

  • Du kannst dich mit deinem Partner streiten, ohne dass andere es mitbekommen. Du kannst es aber auch lassen.

Und wo ist der Haken?

Contra
  • Bis zum Umzug wirst du sehr viel Zeit investieren müssen. Wie realistisch ist es, dass du diese Zeit in deiner aktuellen Lebenssituation auch aufbringen kannst, ohne einen Burnout zu riskieren?

  • Auch nach der Bauphase wirst du generell mehr Zeit aufwenden müssen, um alles in Schuss zu halten. Theoretisch macht das vielleicht sogar Spaß. Praktisch eher nicht.

  • Das Putzen dauert natürlich auch länger als vorher. Das macht noch nicht mal theoretisch Spaß.

  • Wenn etwas nicht funktioniert, musst du es selbst reparieren oder einen Handwerker rufen.

  • Der Rasen wächst zwar von alleine, das Unkraut aber auch.

  • Im Winter ist Schneeschippen angesagt, auch wenn dir dein Fitnesslevel egal ist.

  • Du bist wesentlich stärker an deinen Wohnort gebunden als mit einer Mietwohnung, also weniger flexibel.

  • Wenn du dich finanziell übernimmst, sind Beziehungsstress und Panikattacken vorprogrammiert.

In den meisten Fällen ist das Bauen damit verbunden, dass du in ein neues Umfeld kommst. Das ist per se weder gut noch schlecht. Du kannst auf jeden Fall deinen Teil dazu beitragen, dass daraus ein Pluspunkt und kein Minuspunkt wird.

Finanzielle Aspekte

Bei den niedrigen Zinsen muss man einfach bauen! Ich muss mein Geld in Sicherheit bringen, bevor der Euro endgültig den Bach runtergeht! Ein Haus ist die beste Altersvorsorge! Betongold ist ein krisensicheres Investment!

Sorry für die Ausdrucksweise, aber das ist größtenteils Bullshit. In den Beiträgen zum Thema Finanzen werden wir mit diesen Mythen aufräumen. Hier wollen wir uns zunächst auf die offensichtlichen Pros und Contras konzentrieren.

Pro
  • Du musst keine Miete mehr zahlen. Unter Umständen kannst du sogar Miete einnehmen.

  • Du investierst in deine eigene Immobilie statt in die Immobilie deines Vermieters.

  • Es besteht die Chance, dass der Wert deiner Immobilie steigt.

  • Solange du dein Haus nicht verkaufen willst oder musst, kann dir die Wertentwicklung aber eigentlich egal sein.

  • Du kannst die Vorteile des derzeit niedrigen Zinsniveaus für dich nutzen.

  • Ein Überschuss an liquiden Mittel ist kein großes Problem mehr für dich.

  • Du musst dich nicht mehr über E-Mails ärgern, die eine Zinssenkung für dein Tagesgeld ankündigen.

  • Einen Großteil deiner Tagesgeldkonten kannst du komplett kündigen und sparst somit Zeit für die Verwaltung.

  • Du gerätst nicht so schnell in Versuchung, risikante Investments zu tätigen.

  • Der Hausbau ist ein perfekter Anlass, deine langfristige Finanzplanung in Angriff zu nehmen.

Die folgenden Punkte solltest du besonders ernst nehmen. Bitte!

Contra
  • Auch das Wohnen im eigenen Haus ist nicht kostenlos! Es kommen weiterhin jeden Monat Ausgaben auf dich zu.

  • Bei unzureichender oder fehlerhafter Finanzplanung kannst du dich schlimmstenfalls finanziell ruinieren.

  • Auch bei sorgfältiger Planung gibt es ein Restrisiko, dass die Kosten höher ausfallen als kalkuliert.

  • Durch eine zu hohe finanzielle Gesamtbelastung gefährdest du eventuell dein psychisches Gleichgewicht.

  • Eine zu hohe monatliche Belastung kann Sparmaßnahmen erfordern, die dich auf Dauer unglücklich machen.

  • Finanzielle Probleme jeglicher Art belasten die Beziehung.

  • Im Trennungsfall, den wir natürlich vermeiden wollen, wird es kompliziert.

  • Dein Kapital ist langfristig gebunden und du kannst nicht mehr so flexibel auf Investment-Chancen reagieren.

  • Wenn du nicht weißt, was du willst und was dir wichtig ist, gibst du schnell viel Geld für Unfug aus.

Du bist dran

Nimm dir die Liste zur Hand und setz dich mit deinem Partner zusammen. Besprecht die einzelnen Punkte, überlegt euch, was euch wirklich wichtig ist, und werdet euch einig, was ihr dafür in Kauf zu nehmen bereit seid. Am sinnvollsten ist diese Übung natürlich, bevor man irgendwelche Verträge unterschreibt.

Im nächsten Beitrag erfährst du dann, was ein Haus ungefähr kostet. Sei gespannt.

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit!

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