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Keller ja oder nein? Wie sinnvoll ist das Untergeschoss?

Keller im Rohbau

Keller ja oder nein? Diese Entscheidung wirst du bei der Planung deines Eigenheims schon sehr früh treffen müssen. Und auch in der Bauphase wird der Keller eins der ersten Ergebnisse sein, die du vom neuen Haus zu sehen bekommst. Oder eben auch nicht. Schließlich steht deine Entscheidung noch aus.

Schauen wir uns also an, welche Vorteile ein Keller zu bieten hat bzw. welche Nachteile du beim Bau eines Kellers in Kauf nehmen musst.

Eins solltest du aber wissen, bevor du weiterliest: Nachdem wir mittlerweile seit ein paar Monaten in unserem voll unterkellerten Haus wohnen, kann ich das Thema nur noch bedingt objektiv betrachten. Fakt ist: Für mich wäre es unvorstellbar, auf den Keller zu verzichten. Ich bin kein Sammler. Ich horte auch keine Sachen, nur weil man sie vielleicht irgendwann mal für irgendwas gebrauchen kann. Das Gegenteil ist der Fall: Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist es, aufzuräumen und überflüssige Dinge loszuwerden. Es scheint also noch andere Gründe für einen Keller zu geben als das Messie-Syndrom. Aber welche?

Pro: Die Vorteile eines Kellers

  • Das wichtigste Argument dafür, einen Keller zu bauen, ist natürlich die zusätzliche Nutzfläche im Vergleich zum Haus ohne Keller. Abhängig von der konkreten Situation kann im Untergeschoss auch weitere Wohnfläche geschaffen werden. Auf jeden Fall steht alles, was im Keller untergebracht werden kann, nicht unnötig in den Wohngeschossen herum. Das schafft Freiraum, dem man auch dann etwas abgewinnen kann, wenn man kein passionierter Minimalist ist.

  • Insbesondere bei kleineren Grundstücken und / oder bei hohen Grundstückspreisen muss der verfügbare Platz optimal ausgenutzt werden. Ein Keller ist oft die einzige Möglichkeit, die eigenen Anforderungen an Wohn- und Nutzfläche zu realisieren. Denn auch nach oben gibt es beim Hausbau Grenzen, z.B. durch einen Bebauungsplan.

  • Kein Haus kommt ohne Hausanschlüsse und ohne Haustechnik aus. Der dafür benötigte Platz ist nicht zu vernachlässigen. Hauptverteiler, Heizung, Wasserspeicher, Lüftungsanlage, Netzwerkschrank & Co. – alles will irgendwo untergebracht werden. Man kann das auch im Erdgeschoss verbauen, aber ein Raum ist dann schon mal weg, den man vielleicht gerne für andere Zwecke genutzt hätte.

  • Hast du dich in deiner Mietwohnung daran gewöhnt, dass die Waschmaschine im Badezimmer steht? Dass die Wäsche zum Trocknen im Schlafzimmer hängt? Die Bügelstation im Kinderzimmer aufgebaut ist? (Stecker ziehen!) Ja, das funktioniert auch in einem Haus. Aber willst du das wirklich? Ich kann’s mir beim besten Willen nicht vorstellen.

  • Wie sieht es mit Hobbies aus? Während die Modelleisenbahn auf dem Spitzboden gemütlich ihre Runden drehen kann, sind andere Freizeitbeschäftigungen dort nicht unbedingt zu empfehlen. Wenn du zu später Stunde deine 10 km auf dem Laufband abspulst, wirst du dir entweder den Schädel anschlagen oder den Rest der Familie um ihren wohlverdienten Schlaf bringen. Von der Sommerhitze unterm Dach mal ganz abgesehen.

  • Jetzt müssen wir aber doch noch über den Aspekt Stauraum reden. Denn auch wenn du kein Jäger und Sammler bist, gibt es definitiv Bedarf an Lagerfläche. Koffer, Werkzeuge, Ersatzteile, ausgelagerte Küchengeräte brauchen Platz. Und du willst bestimmt kein Schwerlastregal im Wohnzimmer aufstellen, oder?

  • Das Gleiche gilt für Lebensmittelvorräte. Wenn dein Abstellraum im Erdgeschoss zum Haustechnikraum mutiert, wirst du dort kaum noch Kartoffeln, Zwiebeln und Getränkekisten unterbringen können oder wollen.

  • All diese Vorteile wissen auch Käufer einer Immobilie zu schätzen. Solltest du dein Haus also irgendwann verkaufen wollen, kann sich ein Keller sehr positiv auf die Anzahl der Interessenten und den erzielbaren Verkaufspreis auswirken.

  • Kommt es dir so vor, dass du mit einem Keller zu viel Platz haben wirst? Die Wahrscheinlichkeit halte ich für gering, da man eigentlich nie zu viel Platz hat. Und wer weiß, was die Zukunft alles bringt. Eine Sauna vielleicht? Oder doch lieber die Tischkreissäge? Da schadet es nicht, platztechnisch etwas Puffer und Flexibilität einzuplanen.

  • Apropos Zukunft: Nirgends lässt es sich besser auf den Weltuntergang warten als im Keller. Das sagen zumindest die Leute, die Erfahrung mit Weltuntergängen haben. Ich gehöre nicht dazu.

Contra: Die Nachteile eines Kellers

Ja, es gibt auch Nachteile. Die folgenden drei Punkte würde ich als Argumente gegen einen Keller durchgehen lassen:

  • Die Mehrkosten sprengen deinen finanziellen Rahmen und du hast bereits alle sinnvollen Sparmaßnahmen ausgeschöpft. Bei allen Vorteilen ist auch ein Keller kein Grund, sich finanziell zu übernehmen.

  • Du hast bereits ein Grundstück, und aufgrund der örtlichen Gegebenheiten lässt sich ein Keller nicht oder nur mit sehr hohem finanziellen Aufwand realisieren. Besser ist es natürlich, die Kellertauglichkeit eines Grundstücks bereits beim Grundstückskauf zu berücksichtigen.

  • Dein Grundstück ist groß genug (oder dein Platzbedarf ist tatsächlich klein genug), um alle erforderlichen Räume auf ein oder zwei Geschossen unterbringen zu können.

Gegenargumente wie Angst vor Dunkelheit oder Spinnen würden mich nicht überzeugen. Im Keller gibt es Licht. Und Spinnen gibt es auch im Erdgeschoss.

Mehrkosten für einen Keller

Ein Haus mit Keller kostet mehr als ein Haus ohne Keller. So viel kann ich dir sagen, ohne mich zu weit aus dem Fenster zu lehnen.

Die tatsächlichen Mehrkosten hängen beim Keller sehr stark von der Beschaffenheit deines Grundstücks ab. Insbesondere der Grundwasserstand und die in Abhängigkeit davon erforderlichen Abdichtungsmaßnahmen können stark ins Gewicht fallen. Du musst also auf jeden Fall ein konkretes Angebot einholen, das die Besonderheiten deines Bauplatzes berücksichtigt.

Für eine erste Schätzung kannst du dich an der Studie Kostenvergleich: Keller vs. Bodenplatte aus dem Jahr 2018 orientieren, die das Institut für Bauforschung e. V. im Auftrag der Initiative Pro Keller e. V. durchgeführt hat. Am Beispiel eines Einfamilienhauses hat diese Studie Mehrkosten von ca. 24.000 € für eine zusätzliche Nutzfläche von knapp 80 m2 ermittelt. Das entspricht 300 € pro m2. Bitte beachte dabei die Annahmen, die der Studie zugrunde liegen.

Du solltest dir überlegen, auch im Keller eine Heizung zu installieren. Vor allem dann, wenn die Möglichkeit besteht, den Keller für Wohnzwecke oder für Büroräume zu nutzen. Das macht das Ganze zwar etwas teurer, erhöht aber auch die Flexibilität. Bei den Bodenbelägen und der Beleuchtung muss es bestimmt nicht unbedingt die exklusive Variante sein. Und wenn nötig, kannst du den Innenausbau der Kellerräume auch komplett auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Keller ja oder nein? Mein Fazit

Es wird dich sicher nicht überraschen, dass mein Fazit ein Klares Ja zum Keller ist. Für überschaubare Mehrkosten erhältst du eine ganze Menge an zusätzlicher Fläche, die du für die unterschiedlichsten Zwecke nutzen kannst. Dafür wirst du früher oder später sehr dankbar sein. Ich bin es seit dem ersten Tag, obwohl ich jetzt keine Ausrede mehr dafür habe, das Laufen bei Regen oder Schnee ausfallen zu lassen.

Keller ja oder nein? Dein Fazit?

Was ist deine Meinung? Stimmst du mir zu? Oder siehst du es anders, und ein Keller wäre das letzte, wofür du Geld ausgeben würdest?

Trag das Ergebnis deiner Überlegungen am besten direkt in deiner Traumhaus-Wunschliste ein. Und wenn du möchtest, schreibe es auch gerne in die Kommentare zu diesem Artikel.

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