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Unser Bauherren-Handbuch – Buchrezension

Buchrezension

Internet hin oder her. Bei wichtigen und gleichzeitig komplizierten Themen hat es noch nie geschadet, ein gutes Buch zu kaufen (und zu lesen). Also habe ich mich direkt nach der Entscheidung für unseren Hausbau auf die Suche nach einem geeigneten Ratgeber gemacht. Nach ein paar Minuten Recherche war klar, dass man als angehender Bauherr an diesem Buch nicht vorbeikommt:

Unser Bauherren-Handbuch: In sieben Schritten ins eigene Haus*

Das Stiftung Warentest Logo auf dem Cover erzeugt Vertrauen. Die Mitwirkung von vier Autoren (Karl-Gerhard Haas, Rüdiger Krisch, Werner Siepe und Frank Steeger) verspricht zudem geballte Fachkompetenz auf den fast 400 Seiten der im Januar 2018 erschienenen 5. Auflage. Da denkt man über die 39,90 € für die gebundene Ausgabe nicht lange nach. Im Vergleich zu den Gesamtkosten, die auf einen zukommen, sind das eh Peanuts.

Unser Bauherren-Handbuch: In sieben Schritten ins eigene Haus, Der Ratgeber für Ihr Bauprojekt – mit Checklisten und Planungshilfen

Die Struktur

In sieben Schritten ins eigene Haus – das verspricht Unser Bauherren-Handbuch im Untertitel. Es ist daher wenig überraschend, dass sich im Inhaltsverzeichnis sieben Hauptkapitel finden, die zentrale Themen des Hausbaus behandeln:

  • Die Wunschliste fürs Traumhaus

  • Kassensturz: Was können wir uns leisten

  • Die Finanzierung

  • Grundstück- und Haussuche

  • Die Vertragspartner beim Bau

  • Den Bau planen

  • Von Baubeginn bis Bauabnahme

In einem Service-Kapitel findet man darüber hinaus noch ein Glossar und eine Sammlung von Checklisten.

Auf den ersten Blick überzeugt diese Struktur. Man bekommt das Gefühl, dass man einfach der Reihe nach die einzelnen Kapitel durcharbeiten muss und das Buch dann mit dem Einzug ins Traumhaus zuklappen kann. Das ist verlockend, aber leider nicht realistisch.

Ich möchte hier nicht dem Buch die Schuld dafür geben, denn die Komplexität liegt in der Natur der Sache: Bauen ist kein rein linearer Prozess. Die Schritte laufen nicht strikt sequentiell ab, sondern überlappen und beeinflussen sich gegenseitig. Man wird die Finanzierung nicht komplett abschließen können, bevor man mit der Grundstückssuche bzw. Haussuche beginnt. Mit Vertragspartnern wird man sich von Anfang bis Ende beschäftigen müssen, nicht nur zwischen Suche und Planung.

Die Autoren haben dieses Problem keinesfalls ignoriert, mussten aber aufgrund der Einschränkungen von gedruckten Büchern einen Weg gehen, der es für den Leser nicht unbedingt einfacher macht: Themen werden oft schon im Detail besprochen, wenn sie das erste Mal auftauchen. Das führt z.B. dazu, dass im ersten Kapitel (Wunschliste) auf 25 Seiten so ausführlich auf Energie- und Umweltkonzepte eingangen wird, dass es den Bauherrn fast erschlägt. Will ich das wirklich in dieser Phase schon wissen oder gar entscheiden? Andere Themen werden in unterschiedlichen Zusammenhängen mehrfach erklärt, um ein Hin- und Herspringen im Buch zu vermeiden.

Letztendlich liefert die Struktur eine durchaus sinnvolle Gruppierung der Themen. Dem Marketingversprechen In sieben Schritten ins eigene Haus wird sie jedoch nicht gerecht.

Der Inhalt

Inhaltlich gibt es an dem Buch nichts auszusetzen. Es gibt kaum ein Bauherren-Thema, das nicht adressiert wird. Die Beschreibungen sind sehr detailliert. Die Autoren schrecken auch vor der Erklärung komplexerer technischer Sachverhalte nicht zurück. Meiner Meinung nach gelingt es ihnen dabei, auch für Anfänger und weniger technik-affine Leser verständlich zu bleiben.

Mit Bildern, Diagrammen und Tabellen wird der Inhalt sowohl aufgelockert als auch inhaltlich vertieft. Wichtige Begriffe werden farblich hervorgehoben, was eine schnelle Orientierung innerhalb der oft sehr langen Textpassagen erleichtert.

Das Buch wird regelmäßig aktualisiert, kann aber naturgemäß nicht tagesaktuell sein. Muss es auch nicht.

Unser Bauherren-Handbuch: Mein Fazit

Wenn man sich nicht an den sieben Schritten stört, die keine sind, dann hat das Buch für den Bauherrn viel zu bieten. Als Bettlektüre würde es für mich weder vom Format noch vom Inhalt her in Frage kommen. Aber als solides Nachschlagewerk ist es allemal gut geeignet. Die knapp 40 Euro sind definitv gut angelegt, da du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Fehler vermeiden wirst, die dich deutlich mehr kosten würden.

Als Ergänzung zu meinem Blog kann ich dir das Buch guten Gewissens empfehlen.

Unser Bauherren-Handbuch: In sieben Schritten ins eigene Haus, Der Ratgeber für Ihr Bauprojekt – mit Checklisten und Planungshilfen
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